Die Chronik des Volks-Chors 1900 Roxheim e.V.
Im Jahre 1900 wurde in unserem Altrheindorf der Turnverein „Frei Heil“ gegründet. Weil die Sportler gerne sangen, entstand kurz darauf eine Sängerabteilung mit 17 aktiven Sängern. Als erster Leiter des Chors gewann man den Kapellmeister Gottfried Lind aus der Nachbargemeinde Bobenheim.
Folgerichtig benannte sich der Verein in „Arbeiter-Gesang- und Turnverein“ um. Kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges feierten die Sänger und Turner ihr erstes Stiftungsfest, verbunden mit einer Fahnenweihe. Noch im selben Jahr trennten sich die Sportler von den Sängern, zwei Vereine entstanden, der „Volks-Chor 1900“ und der „Arbeiter Turnverein 1914“.
Die Leitung des Chors übernahm Lehrer Brill, der an der hiesigen Schule unterrichtete. Er brachte den Chor leistungsmäßig auf ein hohes Niveau. 1925 konnten die Sänger bereits ein zweites Stiftungsfest auf dem Festplatz am Altrhein feiern. In den Goldenen Zwanzigern erreichte auch unser Verein seine höchste Blüte. Über 100 aktive Sänger standen zwischen 1927 und 1930 auf der Bühne, eine Zahl, auf die wir auch heute noch mit Stolz zurückblicken.

Diese ständige Aufwärtsentwicklung wurde durch die Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahre 1933 jäh gestoppt. Die Nazis verboten den Verein, beschlagnahmten und vernichteten das Vereinsvermögen. Damit war der Volks-Chor vernichtet. Von 1933 bis 1945 bestand keine Möglichkeit für unsere Sangesbrüder ihrem Hobby im Verein nachzugehen.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges trafen sich die Ehemaligen, die den Krieg überlebt hatten, wieder. Wieder waren es Sportler und Sänger, die zusammen einen Verein aufbauen wollten. Der Name war „Allgemeiner Gesang- und Sportverein“. Jedoch trennten sich 1948 die beiden Abteilungen des Vereins wieder in „Volks-Chor Roxheim 1900“ und „Sportverein 1914“.
Bald zeigte sich wieder reges Leben im Verein. Obwohl viele unserer Sangesfreunde im Krieg gefallen waren, stand in kurzer Zeit unter der Leitung von Oskar Holzmann wieder ein ansehnlicher Chor auf der Bühne. Der Roxheimer Lehrer Keiling wurde sein Nachfolger, die Übungsstunden fanden im Café Rheingold statt.
Der nächste Chorleiter war auch ein Roxheimer Lehrer, Herr Schöneberger, der sein Amt jedoch nicht lange wahrnehmen konnte. Sein Nachfolger wurde wieder Oskar Holzmann aus Frankenthal, der mit Hingabe und großem Fleiß einen beachtlichen Chor mit über 50 aktiven Sängern aufbaute.
In dieser Zeit begingen die Mitglieder des Volks-Chors ihr 50-jähriges Gründungsfest. Mit einem Jahr Verspätung feierte man am 21. und 22. Juni 1951 in einem großen Festzelt auf dem Festplatz am Altrhein. Umrahmt wurde dieses Fest durch die Frankenthaler Stadtkapelle. Dieses Stiftungsfest war 1951 das herausragende kulturelle Ereignis in Roxheim.
1952 brachten unsere Mitglieder große finanzielle Opfer zur Anschaffung eines Flügels. Auch der Wunsch nach einer neuen Vereinsfahne -die alte war von den Nazis verbrannt worden- fand bei den Mitgliedern Anklang, sie spendeten für ihren Verein. Auch die Roxheimer Geschäftswelt unterstützte uns großherzig bei unserem Vorhaben.
Diese Fahne trägt auf der grünen Seite den Namen des Vereins, eine Lyra und das Roxheimer Wappen, auf der roten Seite eine Freiheitsgöttin mit ihrer Harfe. 1955, zusammen mit dem 55-Jahre-Stiftungsfest, wurde diese Fahne geweiht. Alte Roxheimer erinnern sich noch heute an dieses Fest.
22 Vereine und drei Musikkapellen zogen durch die geschmückten Straßen Roxheims zum Altrhein, wo man drei Tage lang feierte. Auch dieses Fest war ein kultureller Höhepunkt in der Altrheingemeinde. Mit Stolz und Freude schauen wir noch heute auf dieses Engagement unserer Mitglieder zurück.
Fünf Jahre später, bei der Feier des 60. Geburtstages waren wir etwas bescheidener geworden. Wir feierten zusammen mit sieben befreundeten Vereinen im Saal des „Pfälzer Hofes“ am 28. und 29. Mai 1960. Herausragend an diesem Fest war die Ehrung von acht Sängern für 60jährige Mitgliedschaft im Verein. Chorleiter Oskar Holzmann wurde für 10 Jahre Tätigkeit geehrt.
Die Zeit von 1963 bis 1972 war nicht so erfolgreich für den Volks-Chor. Vor allem lag das an der fehlenden Kontinuität bei der Leitung des Chors. Unser langjähriger Chorleiter Oskar Holzmann erkrankte schwer und es dauerte Monate, bis wir im Roxheimer Lehrer Blickensdörfer einen Nachfolger gefunden hatten. Auch dieser Chorleiter verließ uns berufsbedingt nach kurzer Zeit, was dazu führte, dass das Vereinsjubiläum anlässlich unseres 65. Geburtstages ausfallen musste.
Mit Karl Holzmann aus Frankenthal konnten wir jedoch einen neuen Chorleiter gewinnen, unter dessen Leitung wir manch schönes und gut besuchtes Konzert aufführen konnten. In dieser Zeit entstand auch eine schöne Freundschaft zum „Volks-Chor Frankenthal“ und zur „Liedesfreiheit Bad Dürkheim“. Beide Vereine feierten mit uns zusammen am 26. und 27. April 1970 unser 70. Vereinsjubiläum im Saal des „Pfälzer Hofes“ in Roxheim.
1972 wurde Herbert Ehrhard aus Ludwigshafen unser neuer Chorleiter. Er übernahm einen Männer-Chor mit ca. 30 aktiven Sängern, einer bescheideneren Zahl als die über 50 im Jahre 1950. Jedoch hatte sich die Stärke des Chors stabilisiert, so dass wir hoffnungsvoll in die Zukunft blicken und 1975 eine zwar kleine, aber doch sehr schöne Jubiläumsfeier zu unserem 75. Geburtstag auf die Beine stellen konnten.
In diesem Jubiläumsjahr konnte ein Frauen-Chor seine Tätigkeit aufnehmen. Erstmals trat dieser bei einem Chortag in Frankenthal auf, wo wir einmal mit dem Männerchor, zum zweiten mit dem Frauenchor und zum dritten als gemischter Chor auf die Bühne traten.
1977 und 1979 folgten zwei überaus gut besuchte und das Publikum begeisternde Liederabende in Bobenheim-Roxheim. Mit diesen drei Chören feierten wir auch unseren 80. Geburtstag im festen Glauben an die Aufwärtsentwicklung unseres Vereins.
1983 gründete unser Mitglied Hans Joachim Dorp eine Flötengruppe, um auf diese Weise Kinder an die Musik und den Verein heranzubringen. Heute lernen und spielen an die 30 Kinder unter seiner Leitung Flöte, angefangen von einfachen Volksliedern bis hin zu konzertanter Musik.
Im Jahre 1988 kam es wieder einmal zu einem Dirigentenwechsel. Unser Chorleiter Herbert Ehrhard musste nach 16 Jahren Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen sein Amt niederlegen, was alle sehr bedauerten. Doch fanden wir in Renate Heimannsfeld eine junge, dynamische Nachfolgerin, deren Ziel es war, den Chor musikalisch zu festigen. Es gelang ihr mit dem Volks-Chor zum 90. Geburtstag ein großes Konzert zu bestreiten.
1990 gelang es auf Grund des Engagements von Gertrud Schäfer einen Kinderchor zu gründen, den ebenfalls Renate Heimannsfeld leitete. Seinen ersten Auftritt hatte der Kinder-Chor bereits im Mai 1990 beim Kreis-Chor-Konzert in Bobenheim-Roxheim. 1992 wurde der Kinderchor anlässlich eines „Konzerts der Kinder“ durch den Regierungspräsidenten Rainer Rund auf den Namen „Die Gondelkids“ getauft.
So hatte der Volks-Chor nun drei Standbeine. Der große gemischte Chor, der aus dem Männer- und Frauenchor hervorgegangen war, der Kinderchor und die Flötengruppen.
Ebenfalls im Jahre 1990 begann eine Partnerschaft zwischen der Gemeinde Bobenheim-Roxheim und der Stadt Jeßnitz. Der Volkschor war von Anfang an dabei und zwischen den beiden Chören "Gesangverein Volkschor Jeßnitz" und dem "Volks-Chor 1900 Roxheim e.V." entwickelte sich ebenfalls eine Partnerschaft, mehr noch, eine Freundschaft, die bis heute andauert.
1994 trat der gemischte Chor mit einem großen Konzert an die Öffentlichkeit, ein Konzert, an dem auch unsere neuen Freunde aus Jeßnitz teilnahmen. Chorleiter war damals Uwe Peter aus Frankenthal, der nach gesundheitsbedingtem Ausscheiden von Renate Heimannsfeld die Chöre des Vereins übernommen hatte.
1996 fand der letzte große Auftritt des gemischten Chors statt. Viele Sänger hörten aus Altersgründen auf; junge waren in den letzen Jahren nicht dazugekommen. Im November stellte der gemischte Chor seinen Singbetrieb ein; Uwe Peter gab sein Amt als Chorleiter auf.
Auch Josef Vettermann, der langjährige 1. Vorsitzende, stellte sein Amt zur Verfügung. Es wurde schwierig, einen Nachfolger zu finden; zeitweilig stand gar die Drohung einer Vereinsauflösung im Raum. In dieser schwierigen Zeit sprang ein passives Mitglied, Werner Bigott, in die Bresche; mit ihm konnte am 22.März ein neuer Vorsitzender gewählt werden. Allerdings gab er bereits im November des Jahres sein Amt wieder auf, seine Stellvertreterin, Elvira Saelens, übernahm kommissarisch das Amt, solange, bis am 15.Februar 1997 Josef Vettermann noch einmal antrat und den Vorsitz wieder übernahm.
Im Herbst 1996 ergriff Gerdi Schäfer die Initiative und rief Interessierte zur Gründung eines Gospelchors zusammen. Im Oktober wurde der neue Chor ins Leben gerufen; auch einige ehemalige Sängerinnen und Sänger des gemischten Chors traten bei. Als Chorleiterin gewannen wir die Musikstudentin Almut Fingerle aus Mannheim, die bereits seit 1995 den Kinderchor "Die Gondelkids" leitete. Sie war es auch, die mit dem Gospelchor Fortbildungswochenenden startete, so genannte Workshops, die für alle Beteiligten, Sängerinnen und Sänger, Riesenfortschritte im Gospelgesang brachten.
Auch Josef Vettermann, der in der Tradition des Männerchors verhaftet war, blieb nicht lange im Amt, nach nur einem Jahr trat auch er zurück, die neue Vorsitzende hieß Elvira Saelens, aktive Sängerin im Gospelchor.
In der Adventszeit des Jahres 1999 gab sich die Konzertgruppe der Flötengruppen den Namen "Ensemble Flauto Dolce". Am 2. Adventswochenende gab die Gruppe in der französischen Partnergemeinde Chevigny-St.-Sauveur in der dortigen katholischen Pfarrkirche ein viel beachtetes Flötenkonzert. Für die meisten der jungen Flötenspielerinnen war dies der erste Besuch in der Partnergemeinde von Bobenheim-Roxheim in Burgund.
Und schon nahte das Jahr 2000, das Millennium, und damit das Jubiläumsjahr unseres Vereins, der 100. Geburtstag. Jeder, der ein solches Jubiläum organisiert hat, weiß, welche Arbeit dahinter steckt. An dieser Stelle sollen nur eine kleine Anzahl von Aktivitäten des Vereins anlässlich des seltenen Jubeljahres aufgezählt werden.
20.05.: Jubiläumskonzert und 10-jährige Partnerschaft mit dem Volks-Chor Jeßnitz, der zu unserer Geburtstagsfeier angereist war.
21.05.: "Konzert der Kinder" und 10. Geburtstag der "Gondelkids" in der Friedrich-Ludwig-Jahn-Halle mit anderen Kinder- und Jugendchören und den Flötengruppen des Volks-Chors.
17.06.: Großer Bunter Abend, ebenfalls in der Jahnhalle mit der Dolgesheimer Trachtenkapelle, den "Luheros", dem Gospelchor und den "Gondelkids.
09.09.: Festkommers in der Jahnhalle mit Vertretern aus Kultur und Politik sowie vielen Vereinen aus Nah und Fern. Die Festrede an diesem Tag hielt der ehemalige Beigeordnete der Gemeinde Bobenheim-Roxheim, unser passives Mitglied Jürgen Heinrich, musikalisch umrahmt vom Gospelchor und der Konzertgruppe des "Ensemble Flauto Dolce".
22.10.: Kreis-Chorkonzert mit allen dem DAS - Kreis Bad Dürkheim angehörenden Vereinen; aus Lambrecht, Hassloch, Eisenberg usw. ebenfalls in der Jahnhalle und natürlich mit unseren Chören..
09.12.: Weihnachtskonzert in der Jahnhalle, gestaltet vom Gospelchor, den "Gondelkids" und dem "Ensemble Flauto Dolce".
Aber am wichtigsten in diesem Jahr war die Verleihung der Zelter-Plakette durch die Kultusministerin des Landes Rheinland-Pfalz, Frau Dr. Götte; die höchste Auszeichnung, die ein Chor in Deutschland bekommen kann. Mit Stolz und Freude haben wir diese Ehrung erfahren können.
Vervollständigt wurde diese Ehrung durch die Verleihung der Carolus-Magnus-Medaille durch die Gemeinde Bobenheim-Roxheim, die uns Bürgermeister Manfred Gräf überreichte.
Die Idee, neben dem Gospelchor einen weiteren Chor ins Leben zu rufen, einen Chor, der vor allem für Männer interessant sein sollte, schwebte Gerdi Schäfer schon lange vor. War doch der "Volks-Chor Roxheim" nahezu sieben Jahrzehnte ein bekannter Männerchor gewesen, der in seinen Glanzzeiten bis an die 100 Sänger auf die Bühne gebracht hatte.
Im Oktober 2002 traf sich dann auch eine Gruppe Sangeswilliger (vor allem Männer), mit dem Ziel, bekannte Seemanns- und Shantylieder zu singen, sie einzuüben und natürlich auch mit diesen Liedern an die Öffentlichkeit zu treten. Das war die Geburt des Shantychors im Volks-Chor, der sich später den Namen "Die Landratten" gab. Damit war das vierte Standbein unseres Vereins geboren.
Leider teilte uns unsere Chorleiterin Almut Fingerle Ende des Jahres 2001 mit, dass sie den Chor zum 31. März des nächsten Jahres verlassen müsse. Für uns hieß das: Schnell einen Ersatz für Almut zu finden. Die Jahre mit ihr waren geprägt vom Aufbau des Gospelchors und der Prägung und Weiterführung der "Gondelkids".
Aus dem Kinderchor „Gondelkids“ heraus entwickelte sich dann im Laufe des Jahres 2002 die nächste Abteilung des Volks-Chors, der Jugendchor „roxy melodies“, die dank der Absplittung vom Kinderchor einige neue Sängerinnen anwerben konnten, auch einige männliche Aktiven trauten sich heran.
Mit der Verpflichtung von Peter Schnur, einem jungen Musikstudenten aus Lampertheim, der die drei Chöre, den Gospelchor, inzwischen unter dem Namen "voices @ heaven" bekannt, die "roxy melodies" und die "Gondelkids" übernommen hatte, gelang ein nahtloser Übergang.
Vor allem der Gospelchor startete unter seiner Leitung eine überzeugende Steigerung seiner stimmlichen Qualität. Leider konnte Peter Schnur, bedingt durch die Anforderungen seines Studiums, die Leitung von drei Chören nicht lange durchhalten, vor allem war er der Ansicht, eine Chorleiterin, sei für die Kinder und Jugendlichen auch im Hinblick auf die Stimmbildung geeigneter. Die Leitung der "voices @ heaven" behielt er bei.
So trat am 1. März 2003 die Musikstudentin Katrin Göring (Musikhochschule Mannheim) ihren Dienst bei den Kinder- Jugendchören an. Sowohl die "Gondelkids" als auch die "roxy melodies" fanden in ihr eine kompetente Chorleiterin, der die Herzen der Kinder und Jugendlichen nur so zuflogen.
Die mit Almut Fingerle begonnene Reihe der Gospel-Workshops, setzten wir auch unter der Leitung von Peter Schnur fort. Diese Workshops wurden und werden auch in Zukunft von dem Gospelsänger Randall Taylor, aus der Gospelhochburg Harlem (N.-Y.) stammend, geleitet. Sie brachten und bringen den Mitgliedern des Gospelchors "voices @ heaven" fantastische Möglichkeiten der musikalischen Weiterbildung im Bereich des Gospelgesangs, welche die Teilnehmer auch jedes Mal nach einem solchen Workshop im Konzert demonstrieren konnten.
Im Oktober 2003 war die Konzertgruppe des "Ensemble Flauto Dolce" als einzige Instrumentalgruppe zu einem "Chor-Jugend-Event" vom Deutschen Allgemeinen Sängerbund (DAS) nach Helmstedt eingeladen worden. Dort musizierten die Flötistinnen unter Leitung von Hajo Dorp u.a. bei der Eröffnung der Feierlichkeiten zum "Tag der Deutschen Einheit" in der Gedenkstätte Marienborn und die Tage darauf bei mehreren Auftritten in Einrichtungen der Stadt Helmstedt.
Am 27.02.04 trat Elvira Saelens nicht mehr als Vorsitzende an. Neu in dieses Amt wurde der langjährige Geschäftsführer Siegfried Schäfer, ehemaliger Sänger im gemischten Chor und jetzt aktiver Sänger im Shanty-Chor, "Die Landratten", gewählt.
Der Versuch, sowohl den Kinderchor „Die Gondelkids“, als auch den Jugendchor „roxy melodies“ weiter auszubauen, schlug leider fehl. Die Zahl der Mitglieder in beiden Chören verringerte sich, zumal beruflich bedingt, Katrin Göring sich auch wieder von den Chören verabschieden musste. Eine kurze Zeit übernahm die junge Musikstudentin Kamilla Bechtold am 01.01.2005 die beiden Gruppen, war jedoch in ihrer Ausbildung noch nicht so weit, um auf Dauer als Chorleiterin fungieren zu können.
Durch einen äußerst tragischen Unfall kam unser langjähriger Freund und Leiter der Flötengruppen, Hans-Joachim Dorp, ums Leben. Obwohl eine Nachfolge sehr schwer anzutreten war, erklärte sich Christina Böhler, bisheriges Mitglied in der Flöten-Konzert-Gruppe, bereit, das von Hajo Dorp begonnene Werk mit den Flötenkindern fortzuführen.
Ab Januar 2006 übernahm Alexandra Schnur, die Ehefrau des Chorleiters unseres Gospelchors, die beiden Jugendgruppen und führte diese zwei Jahre mit immer weniger werdenden Kindern und Jugendlichen, so dass wir Alexandra Schnur zum 31.12.2007 von der Chorleitung entbinden mussten und beide Gruppen geschlossen haben. Selbst der Versuch, die beiden Einheiten durch das Einstudieren eines Kindermusicals nochmals aufzubauen, schlug leider fehl.
Aufgrund der Mandatsniederlegung von Anne Stengel als Stellvertr. Vorsitzende wurde in der Jahreshauptversammlung 2007 der noch recht junge zweite Akkordeonspieler des Shantychors, René Schumann, kommissarisch zum Stellvertretenden Vorsitzenden des Vereins gewählt.
Da der Verein finanziell durch die immer höheren Forderungen des Chorleiters Peter Schnur ziemlich am Rande seiner Möglichkeiten stand, mussten wir auch dem Chorleiter Peter Schnur mit Ablauf des 31.12.2007 fristgemäß kündigen. Leider ging mit Peter Schnur auch ein Großteil des Gospelchors weg, so dass wir mit einem sehr kleinen Kern beginnen mussten, neu aufzubauen.
Als neuen Chorleiter konnten wir ab Februar 2008 Ulrich Dörr gewinnen. Der Anfang war schwer, da von beiden Seiten Skepsis vorherrschte. Wir waren ja „gebrannte Kinder“ und sehr wenige - und der Chorleiter erwartete einen „fertigen“ Chor anzutreffen. Aber bei beiderseitigem Bemühungen gelang es, bis Ende 2008 bereits wieder mit zwanzig Aktiven auftreten zu können.
Ab dem Jahre 2008 befanden sich dann noch drei Abteilungen, die Flötengruppen „Ensemble Flauto Dolce“, der Gospelchor „voices @ heaven“ und der Shantychor „Die Landratten“ als tragende Stützen in Verein.
Einen sehr guten Zulauf konnte man ab Gründung des Shantychors im Jahre 2002 verzeichnen. Trat man anfangs noch mit einem Akkordeonspieler und acht Aktiven auf, kann man im Jahr 2009 mit sieben Musikern, drei Akkordeon, drei Gitarren und einer Mundharmonika, sowie 35 Aktiven aufwarten. Auch wenn es überall heißt, dass Shanty- und Seemannlieder nicht jedermanns Geschmack wäre, hat dieser Chor bisher sehr an Größe gewonnen.